Nein, es hat nichts damit zu tun, dass ich den Film “Der Ja-Sager”, wo Jim Carrey zum YES-Man mutiert, gesehen habe. Ehrlich nicht
Nun, ich beobachte es oft und gerne. Die Menschen, so auch ich, befürworten am liebsten ihre eigenen Lösungen. Das liegt in der Natur der Sache und hat wohl etwas mit Identifikation zu tun. Haben wir uns einmal auf etwas festgelegt, machen wir dies zu unserem Eigenen. Darum sehen wir es nicht gerne, wenn uns dies jemand wegnimmt oder reinquatscht. Doch leider übersehen wir dabei auch oft, dass unsere Lösungen nicht immer nur die Besten sind. Auch wenn wir dies naturgemäss automatisch denken. Schliesslich hat es einen Grund, warum wir zu dieser Lösung gelangt sind. Dass wir dabei aber nur aus unserer Privat-Logik handeln und denken können entgeht einem gerne.
Der zweite Mensch
Müssen wir nun unsere Lösung mit jemand anderem teilen, der auch ein Mitspracherecht besitzt, oder wir ihm ein solches gewähren, sind die Schwierigkeiten schon vorprogrammiert. Privat-Logik versus Privat-Logik. Der neue Mensch macht sich auch so seine Gedanken und kann es kaum erwarten seine Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Meist in dem Versuch die eigenen Lösungen zu untergraben und widerlegen und seine Lösungen als die Bessere zu verkaufen. Das hat keine böse Absicht. Es entsteht ganz natürlich aus der Privat-Logik und den daraus resultierenden Überlegungen.
Im Prinzip ist es wie Schach. Sobald ein neuer Zug ansteht, muss eine Strategie entwickelt werden. Dass dabei oft viele Dinge übersehen werden kennt jeder, der gerne Schach spielt. Die YES-Lösung wäre nun der Versuch, einen Zug zu entwickeln, den beide Parteien für den Optimalen, bestmöglichen halten. Quasi nach dem Vier-Augen-Prinzip.
Beim Schach macht das sicher wenig Sinn, man will ja gewinnen, also wird man nicht seine Strategien veröffentlichen. Beim Teamwork hingegen ist es match-entscheidend für das Team als solches. Deshalb sollte man nur Züge unternehmen, die alle Beteiligten als den Optimalen erachten. Unabhängig davon, ob man die eigene Lösung als besser empfindet oder nicht.
Das ist jedoch nicht so einfach. Denn ab welchem Zeitpunkt weiss man, dass man die eigene Lösung fördern sollte, weil es wirklich die bessere sein könnte, und wann schweigt man besser um zu sehen, ob das Vis-à-Vis nicht doch ein wenig weiter gedacht hat als man selber?
Nun, ich denke der Schlüssel dazu ist die YES-Lösung. Eine YES-Lösung ist nur dann eine echte Lösung, wenn in beiden Personen ein Gefühl entsteht, das man vielleicht mit: “Ja genau!”, oder “Jetzt haben wir’s!”, oder “So könnte es gehen!” umschrieben werden kann. Nur wenn man wirklich bestrebt ist, nach einer wahrhaftigen YES-Lösung Ausschau zu halten, wird man diese auch erreichen.
Aber Vorsicht! YES-Lösungen verstecken sich vor: Egoisten, Besserwisser und versteckten Absichten. YES-Lösungen offenbaren sich nur dann, wenn alle Teammitglieder am gleichen Strang zu ziehen bereit sind und für die eine Sache einstehen, ohne ihre persönlichen Belange in den Vordergrund zu stellen. YES-Lösungen machen kaum Bekanntschaft mit Persönlichkeiten, denn sie sind sehr scheu und unnahbar, weshalb sie den persönlichen Bezug eher meiden. Wer also versuchen sollte seine Person mit einer YES-Lösung zu dekorieren, wird kläglich scheitern.
Viel Glück!
