Den blinden Schein wahren

Wie so oft, ist die Kluft zwischen Schein uns Sein sehr gross. Oft kann man nicht so genau wissen, worin jetzt genau der Unterschied besteht. Obwohl alles eins ist, wie uns die Mystiker oft weismachen wollen. Wie lösen wir dieses und jenes Problem denn nun?

Vielleicht sollten wir uns einmal fragen, worin der Unterschied zwischen Objekt, Subjekt, Orientierung und Linearem, also seriellem Denken genau besteht. Es ist ja eigentlich nicht wirklich klar, was Zeit genau bedeutet und wie lange sie dauert. Während des Aktes beispielsweise scheint sie förmlich genussvoll und in rhytmischen Bewegungen zu verfliessen, während sie beim Schaufeln in aller Strenge stets am gleichen Ort zu verweilen scheint. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass nichts in Serie geschieht noch jemals geschehen wird. Alles ist paralell. Alles findet zur selben Zeit, am selben Ort statt. Oder besser gesagt, ist. Weil findet statt ja bereits wieder Zeit impliziert.

Soweit zum Fundament. Aber was kann das für unser täglich Leben bedeuten, wozu soll es dienen? Frauen lassen sich damit kaum beeindrucken, oder höchstens die Schrägen. Möchte man meinen! Aber ich kann euch versichern, aus eigener Erfahrung, dass man durchaus damit leben kann. Damit, dass man die Schönen der Gesellschaft mit geistigen Floskeln befestigt und in ihren ganz persönlichen Bann zu ziehen vermag. Wie das geht? Ganz einfach. Im Nachfolgenden eine kleine Anekdote aus meinem bescheidenen Repertoire des Lebens.

Alles ist eins und Göttlichkeit rund. Letzeres stammte von ihr. Ich war überrascht, auf jemanden zu treffen, der so viele Fragen zu stellen und so viele Gedanken zu tragen vermag. Genüsslich sog ich mir jeden Anblick und jede Seinsqualität in die Tiefen meines Eigenen. Sprudelnd und voller Freude vermochte ich aus dem Vollen zu schöpfen und das zu geben um was es mir wirklich geht und ich selber als äusserst delikat und wertvoll erachte. Und wie wir so die Blüte des Abends in Andacht der Quelle bestaunten und die Zeit den Raum zu dehnen vermochte, bis auch wirklich zu gehen der letzte Eintrag im Fahrplan seinen Zoll forderte, kam es dahin, was ich mich nie hätte getraut zu fragen. Doch ich tat es. Und ich tat es mit Freude und tiefer Beklommenheit. Doch das war nicht weiter schlimm, denn jetzt war es raus. Die Freiheit wieder zurück erobert, alle Last zur Seite gelegt. Jetzt konnte das Leben beginnen, ich hatte nichts mehr zu verlieren. Und so war es dann auch. Sie scheute keine Antwort, war nicht darum verlegen und vertröstete mich auf ein andermal. Aber, sie hatte nicht nein gesagt :-)

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